Für 3 Monate in Indien

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Ärger pur

Hallo ihr Lieben!

Diesen Eintrag habe ich für euch gestern geschrieben, als ich zurück im Gästehaus war. Ich muss einfach mal ein bisschen Dampf ablassen. Ich habe euch ja erzählt, dass bald Prüfungen sind – um genau zu sein Montag, wenn als erstes English Language geschrieben wird; Dienstag wird dann English Literature geschrieben. Soweit so gut. Mir wurde ja aufgetragen, die Prüfungsbögen abzutippen; wirklich gefragt wurde ich zwar nicht, aber für mich ist das in Ordnung, weil ich schnell tippe und es nicht lange dauert. Arbeit ist es trotzdem! Langsam habe ich nur irgendwie das Gefühl, dass der „Dank“ für diese ganze Arbeit nur noch mehr Arbeit ist. Ich bin gerade unendlich frustriert und genervt.
Als ich heute von meiner Mittagspause zu den Wilsons kam hatte ich eigentlich ganz gute Laune. Heute war nämlich der letzte Tag Unterricht für mich; nach den zwei Wochen Prüfungszeit die Montag anfangen, trete ich nämlich schon die Heimreise an. Na ja, wie dem auch sei, ich hatte vorgestern alle meine Prüfungsbögen fertig gestellt, was mich ewig Zeit gekostet hat. Heute kam dann Sarah zu mir und meinte, ich müsste da noch mal einiges ändern, weil ich nur die Einheiten abfrage, die ich unterrichtet habe, nicht die, die vorher da waren …
Wisst ihr, was das heißt? Ich darf neun (!) Prüfungsbögen überarbeiten und muss für diese neun außerdem noch Lösungsbögen erstellen, weil die Prüfungsbögen insgesamt vier mal gecheckt werden, damit auch ja niemand parteiisch bewertet…
Das Problem für mich dabei ist jetzt erstmal, dass ich nur noch zwei Tage habe um diesen ganzen Mist zu erledigen. Dann weiß ich doch nicht, was die Antworten für die Lektionen sind, die vor meiner Zeit hier in Indien bearbeitet worden sind, d.h. ich muss die wahrscheinlich alle selbst raussuchen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kinder jetzt nur die Sachen gelernt und wiederholt haben, die ich mit ihnen gemacht habe. Sarah hat es dann so hingestellt, als hätte sie mir das von Anfang an ja total klar erklärt und mir so zu verstehen gegeben, dass es mein Fehler ist – aber sie hat mir überhaupt keine klaren Anweisungen gegeben, sondern immer erst was gesagt, nachdem ich schon alles fertig hatte. Jetzt muss ich den Kindern morgen sagen (morgen ist kein Unterricht, sondern Second Saturday – es wird ein Kostüm – und Gesangswettbewerb stattfinden), dass sie doch bitte noch alle übrigen Lektionen bis Montag auswendig lernen müssen.
Und das nervt mich jetzt, weil ich wirklich viel für sie mache und anstatt dass es zum Ende hin weniger wird, wird es eher immer mehr.
Ich meine, ich bin immerhin nur Volontärin, ich bin keine voll ausgebildete und voll beschäftigte Lehrerin …

Ich bin immer noch ehrlich frustriert, weil mich das maßlos geärgert hat, dass ich jetzt schon wieder einen Haufen Arbeit mehr habe. Ich meine, ich muss den ganzen Kram ja hinterher auch noch korrigieren – d.h.: ich unterrichte insgesamt 27 Schüler, alle davon schreiben jeweils zwei Klausuren in meinen Fächern, Klasse 6 sogar 3. Also wenn ich richtig gerechnet habe, muss ich 59 Arbeiten korrigieren. Gut, mancher mag da jetzt argumentieren, dass so halt das Arbeitsleben ist und die anderen Lehrer ja genauso viel arbeiten müssen wie ich. Ja, die kriegen dafür ja auch Geld.

Zum Glück hat mich dann bald Rina geholt, wir sind einkaufen gefahren. Das hat mich dann ein bisschen aufgeheitert, auch wenn ich am Anfang immer noch ziemlich deprimiert war. Rina hat sogar danach gefragt, was los ist, weil ich so traurig aussähe – das war das erste Mal, dass mich das hier jemand gefragt hat – das hat mich schon ziemlich gerührt. Aber im Laufe des Abends habe ich mich dann einfach gezwungen für die Zeit, die ich mit Rina verbringe, den Mist einfach mal zu vergessen – dafür ist mir die Zeit mit ihr zu wertvoll. Wir haben schöne Bangles für mich gekauft und ich hatte es zur Abwechslung mal überhaupt nicht mehr eilig zurück zu den Wilsons zu kommen, da war mir ehrlich gesagt so ein bisschen die Lust drauf vergangen. Danach sind wir sogar noch mal zu Rina nach Hause, weil wir keine Rikshaw gekriegt haben (ist wie mit den Taxis &hellip und da habe ich dann in aller Seelenruhe Tee getrunken und mit Rina gequatscht – selbst als Sarah dann angerufen hat und gefragt hat, wo ich bleibe, meinte ich, dass wir keine Rikshaw gekriegt haben und jetzt warten müssen. In dem Moment war es mir echt so egal, ob sie wollen, dass ich schnell nach Hause komme.

Aber gut, ich wird das schon irgendwie schaffen. Muss ich ja wohl oder übel. So, genug genörgelt. Ich gehe jetzt Prüfungsbögen überarbeiten -.-

Ihr fehlt mir alle sehr, meine Lieben. Bald bin ich wieder zu Hause.
Lasst von euch hören, fühlt euch gedrückt!

Jana <3
14.11.09 12:25
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kata (14.11.09 19:54)
Es ist zwar das Arbeitsleben, aber sie hätten dir das ja trotzdem früher bzw von vorne rein sagen können o.0

Ich weiß, dass du das auch hinbekommst, obwohl ich mir denken kann, wie deine Laune gerade ist und ich wünscht, ich/wir alle könnten dich irgendwie aufheitern!

Also denk an uns und fühl dich ebenso gedrückt! Bald hast du es geschafft!

Liebe Grüße <3


Timo (17.11.09 20:47)
Durchhalten! Dann musst du halt in den letzten Tagen noch einige Rikshaws nicht bekommen Vielleicht mögen deine Vorgesetzten dich dann nicht mehr und du darfst nicht mehr so viele Aufgaben abtippen
Liebe Grüße
Timo

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